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Ausgleich

 
www.musenblaetter.de, 26 Jan 2007


Markus Stockhausen – Angelo Comisso – Christian Thomé: Es war einmal

Ausgleich 

Neue Momente der Ruhe

from Frank Becker

Wer je die Chance hatte, eines der ergreifenden Konzerte mit allen Sinnen zu erleben, die Rolf Zavelberg im beeindruckenden Schiff der Kölner Kirche St. Maternus mit Markus Stockhausen und dessen musikalischen Partnern inszeniert, hat einen tiefen Eindruck davon bekommen, daß Musik nicht nur Klang ist. Die Wirkung eines sich in die Kirchenkuppel aufschwingenden und förmlich in der Zeit verharrenden einzelnen Tons von Flügelhorn oder Trompete ist unerhört. Zavelbergs Label "Aktivraum", das Stockhausens Musik herausbringt, ist daran interessiert, auch CD-Einspielungen diese Qualität mitzugeben.

Das Trio Markus Stockhausen – Angelo Comisso – Christian Thomé, das sich mit dem Album "Lichtblick – prima altrove..." vor Jahresfrist brillant vorgestellt hat, legt nun mit dem jüngsten Ergebnis der klangpoetischen Zusammenarbeit "Es war einmal – instanti infiniti.." gefühlvoll ein im Sinne der Gesamt- Konzeption Zavelbergs hervorragend gelungenes neues musikalisches Bilderbuch nach. Es sind auch hier wieder Stücke, die neben fein geformten ästhetischen Klängen, wirklich bezaubernden Melodien und instrumentalen Höhenflügen eine Idee transportieren. Die zeite Ebene der Musik Stockhausens entfaltet und erschließt sich dem Hörer wie ein Panorama, ein Weg in eine offene Landschaft.

Spanische Skizzen klingen im Titelstück an, Stockhausen nähert sich lyrisch dem großen Miles Davis, dessen "Solea" hörbar Einfluß genommen hat. Dramatisch dazu Angelo Comisso am Flügel. Dem "Morgenblick", lebendig, optimistisch und durchscheinend, folgt eine Traumsequenz, der Titel schlüssig: "Traumzweige" – Musik, die man sich zu Lewis Carrols Alice-Geschichten vorstellen kann. Die Dynamik der strudelnden "Kraftfelder" hat wieder eine eigene Sprache, die mal fast tänzerisch die Hand ausstreckt, dann mystisch gedämpft, durchwoben von feiner Elektronik flüstert, schließlich in jazziger Eleganz ausklingt.

Den ersten vier Titeln aus Stockhausens Feder folgen zwei Comissos, der das Element der Stille in den Mittelpunkt rückt und dabei in "Moths" sogar dem Schlagzeug Thomés eine tragende Rolle gibt. Er löst diesen scheinbaren Widerspruch fabelhaft. "Maytime" ist in seiner hellen Epik diese weit offene Panorama, in das man, geführt von Stockhausens kristallklarem Spiel auf der Trompete, gerne schreitet. Zwei weitere Stücke Comissos, der sich wie seine Mitspieler stets vornehmster Zurückhaltung bei optimaler musikalischer Aussage befleißigt, lassen den Blick in die apostrophierte Unendlichkeit schweifen...

 
 

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More review:

Das Trio erhebt den Schönklang zum Dogma, ohne den Kitsch zu kultivieren – Mit dem Pianisten Angelo Comisso und Drummer Christian Thomé... Jazzthing
Stockhausen’s gorgeous vibrato-drenched phrasings, spiced with majestic themes – On “Es war einmal” Stockhausen leads a bass-less trio, armed... www.allaboutjazz.com
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From the project Trio "Lichtblick":
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Biography:
M. Stockhausen
Angelo Comisso
Christian Thomé

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M. Stockhausen

 


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