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Betörende Klänge und Farben

 
Review from: Kölnische Rundschau, 15 Oct 2007


Kölnische Rundschau

Betörende Klänge und Farben 

by Stefan Corssen

WIPPERFÜRTH. Einen geradezu magischen Dreiklang von Musik, Licht und Raum konnten am Freitagabend die Besucher der Kirche St. Michael-Neye erleben: beim Konzert des Trompeters Markus Stockhausen und der Klarinettistin Tara Bouman. „Mehr als ein Konzert“ hatte Stockhausen den Besuchern vorab in der BLZ versprochen – das war nicht zu hoch gegriffen.

Für die ganz besondere Stimmung sorgt Lichtdesigner Rolf Zavelberg. Den kargen Kirchenraum taucht er in ein Meer von leuchtenden Farben: Ein warmes Orange changiert zu Blutrot und weiter ins mystische Dunkelviolett. Die farbigen Lichter untermalen nicht nur die Musik, sondern sind gleichberechtigter Partner.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Zavelberg versteht es meisterlich, mit Schatten zu spielen, die sich auf den Steinwänden der Kirche, auf dem Altar und vor allem auf einer kreisrunden Leinwand über dem Altar abzeichnen. Gelb angestrahlt, erinnert die Scheibe an einen Vollmond, bunte Flecken lassen an Jupiter denken. So entstehen betörende, suggestive Bilder, wenn der Umriss von Markus Stockhausen mit seiner Trompete und die Blumen auf dem Altar als zweifarbiger Schattenriss leuchten.

Doch die meisten Zuhörer waren wegen der Musik gekommen. „Moving Sounds“ – bewegende Klänge – nennt sich das Duo Stockhausen / Bouman. Und so bleiben beide nicht stehen, sondern schreiten langsam durch den Raum, ein multiphones Klangerlebnis entsteht.

Bei Stockhausen / Bouman gibt es kein festgelegtes Programm. Die meisten, ausschließlich eigenen Kompositionen gehen irgendwann in völlig freie Improvisation über, Stockhausen selbst nennt es „intuitive Musik“. Eine Musik, die sich jeder festgelegten Kategorie verweigert. Langgezogene Töne schweben durch den Raum, Flügelhorn und Klarinette werfen sich Melodiefragmente zu, ein jubelnd heller Trompetenklang mischt sich mit dem tiefen Brummen der Bassklarinette, dann greift Tara Bouman zum Bassetthorn und schickt obertonreiche Schwingungen auf die Reise – fast klingt das Horn wie ein australisches Didgeridoo. Andere Stücke erinnern an die Minimal-Musik eines Philip Glass, vor allem, als Markus Stockhausen zur Kalimba, einem Holzstück mit Metallzungen, greift, und darauf schier endlose Tonfolgen flicht. Bei „May Time“ dröhnt ein großer chinesischer Gong. Die Musik ist nicht immer „schön“ in einem klassischen Sinn: Wenn Blech- und Holzblasinstrument parallel im Vierteltonabstand spielen, verursacht das beinahe Schmerzen. Doch dann kosten beide Musiker und die Zuhörer wieder die Stille aus.

Ein ganz außergewöhnlicher Abend – auch Dank des Engagements der Kulturinitiative und der Musikschule.

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Biography:
M. Stockhausen
Tara Bouman
Rolf Zavelberg

Photos for the media:
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Rolf Zavelberg

Concert dates:
M. Stockhausen
Tara Bouman

 


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